Spielend in den Krieg von Sammlung Wolfgang Morawe

von Sammlung Wolfgang Morawe

Spielend in den Krieg

Nach der erfolgreichen Ausstellung mit Gesellschaftsspielen „Die Reise im Karton“,die der Geschichte des Reisens gewidmet war, wendet sich Wolfgang Morawe jetzt mit sei­nem Buch „Spielend in den Krieg“ der Darstellung eines weiteren zeitgeschichtlichen Themas zu. Schwerpunkt ist dieses Mal eine Epoche, nämlich die Kaiserzeit, die mit dem Ersten Weltkrieg zu Ende ging. Wieder kann gezeigt werden, dass Brettspiele – sie heißen nicht umsonst Gesellschaftsspiele – in Form und Inhalt (thematischer Anknüp­fung und Spielgestaltung) Ausdruck des Zeitgeistes sind und damit gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln. Im Mittelpunkt der Ausführungen steht hier die Darstel­lung eines das Kaiserreich durchziehenden Grundmusters, nämlich das merkwürdige Verhältnis von Krieg und Spiel, dem Krieg als Spiel, ein Verhalten, an dem noch Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs festgehalten wurde. Über 800 Exponate (bei etwa 1.500 Abbildungen), vorrangig Gesellschaftsspiele, aber auch Blechspielzeug, Bil­derbücher und sonstiges Spielzeug, sowie Dokumente aller Art vermitteln ein Bild von der Kaiserzeit und geben einen Eindruck davon, was die Menschen in dieser Zeit be­wegt hat, dies allerdings aus der bisher ganz ungewohnten Perspektive des Umgangs, bei der Jugend wie auch den Erwachsenen, mit Produkten der Unterhaltungskultur. Dem Leser, sei er nun Sammler oder mehr historisch interessiert oder beides, wünscht Wolfgang Morawe ein sowohl kurzweiliges als auch zur Nachdenklichkeit anhaltendes Lesevergnügen.
Wolfgang Morawe, 1943 in Düsseldorf geboren, lehrte bis zu seiner Pensionierung als Oberstudienrat die Fächer Deutsch, Französisch, teilweise auch Kunst an verschiede­nen Düsseldorfer Gymnasien. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer widmet er sich der Malerei und lebt abwechselnd in Deutschland und Südfrankreich, wo er diverse Aus­stellungen als Maler hatte.
Er sammelt seit über 40 Jahren historisches Spielzeug, wobei im Mittelpunkt seiner Sammlertätigkeit die Gesellschaftsspiele stehen und sein Interesse dem gilt, was diese uns über die Vergangenheit erzählen können.

mehr…