Die Heldenreise

Eine Plot-Struktur für einen Roman.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die Story bzw. den Plot einer Geschichte aufzubauen. Eine sehr bekannte und weit verbreitete Art des Aufbaus einer Geschichte ist die „Heldenreise“. Diese Art eine Geschichte zu erzählen gibt es schon seit langer Zeit. Bereits in der Antike wurden Erzählungen so strukturiert und der Leser damit gefesselt. Und auch heutzutage verdient Hollywood mit dieser Methode das meiste Geld!
Von der Nibelungensage über „Herr der Ringe“ bis zu modernen Bestsellern – mit der Heldenreise wurden noch die meisten Leser mitgerissen.

Viele Autoren verwenden die Heldenreise als Grundlage für die Story in ihrem Buch. Es gibt keinen Leitfaden, wie das perfekte Buch geschrieben wird – aber die Grundlage für das Plotten ist oft schon sehr hilfreich.

In diesem Blogbeitrag geben wir einen kurzen Überblick, wie man sich die Heldenreise vorstellen kann.

Joseph Campbell hat eine Struktur in vielen Geschichten der Weltvölker entdeckt, die er in 17 Punkten zusammengefasst hat. Diese Punkte werden nicht immer alle vollständig oder in dieser Reihenfolge verwendet, aber die Struktur erkennt man sehr schnell wieder.

Hier kann man die Punkte laut Campbell komplett nachlesen: Wikipedia

Aber um das zu kürzen, haben wir einige Punkte herausgegriffen, die uns relevant erscheinen.

ANFANG

1. Die gewohnte Welt

Der Held befindet sich in seiner gewohnten und typischen Welt, er ist zu Hause, er fühlt sich wohl und sieht keinen Anlass, diese Welt zu verändern oder zu verlassen. Dennoch verbirgt sich eine Sehnsucht im Helden, die er aber noch genau greifen kann.

2. Ruf des Abenteuers

Es offenbart sich eine Möglichkeit oder Notwendigkeit, dass die Heimat verlassen werden muss. Das kann ein Ereignis sein, dass der Held selbst herbeigerufen hat, oder äußere Umstände, auf die reagiert werden muss.

3. Verweigerung und Mentor

Der Held aber erkennt diese Notwendigkeit nicht an, er will seine gewohnte Welt nicht verlassen. Dies doch zu tun, dabei unterstützt ihn oft ein Mentor, auch wenn dieser nicht immer sofort ersichtlich ist.

MITTE

4. Aufbruch ins Abenteuer

Die Entschiedung ist getroffen, die Reise beginnt, der Held packt (bestenfalls) seine Sachen und macht sich auf den Weg.

5. Bewährungsprobe und Reise

In diesem Teil der Reise werden die ersten Freunde gefunden, die ersten Prüfungen und Gefahren werden bestanden, es ist alles nicht so schlimm wie anfangs gedacht und man spürt die Motivation des Helden. Dennoch geht man hier immer weiter den Weg mit dem Protagonisten in die Richtung der …

6. Prüfung

Die Prüfung ist der härteste Teil für den Helden. Hier ist nicht klar, wie es ausgehen wird, wie der Held das schaffen soll. Es gibt Rückschläge, im schlimmsten Fall Verluste und Verletzungen. Dennoch: der Held besteht die Prüfung und kann seinen schlimmsten Feind besiegen.

7. Schatz und Belohnung

Der Held bekommt nun den Lohn für seinen Kampf – einen Schatz, den Sieg, eine Belohnung für seine Mühen. Der Held hat das Ziel seiner Reise erreicht!

SCHLUSS

8. Verwandlung

Der Held hat nun noch eine letzte Gefahr zu überwinden. Oft wird der Held im Kampf verletzt, es scheint so, als würde man ihn verlieren – doch er wird gerettet. Dadurch erkennt der Held (nochmal) was wirklich wichtig ist für ihn – viel mehr als zum Beispiel ein Schatz.

9. Rückkehr

Der Held kann nach Hause zurück kehren. Er kommt an und bekommt bestenfalls Anerkennung für seine erlebten Abenteuer, aber ist am Glücklichsten einfach wieder zu Hause zu sein.

Besonders gut kann man die Schritte der Heldenreise bei „Der Herr der Ringe“ nachvollziehen, aber auch z.B. bei „Der Zauberer von Oz“.

Aber sobald man einmal durchblickt hat, wie diese Reise funktioniert, findet man immer wieder und überall die Heldenreise – in leicht angepasster und überarbeiteter Form – in vielen Geschichten, die einen umgeben.

Es gibt auch noch andere Möglichkeiten einen Plot aufzubauen und eine Geschichte zu sturkturieren. Viele sind dann auch vermischt, mit der Heldenreise, bedienen sich einzelner Teile oder enthalten diese in einzelnen Bereichen.

Vielleicht hilft der Blick auf die Heldenreise ja unseren Autoren, ihre Geschichten zu sturkturieren und inspiriert vielleicht zu einem neuen Roman?